Im Spiegelsaal lebt Mozart wieder auf

Kammermusikalisches Trio begeisterte auf Haus Opherdicke

 

"Ein kurzweiliges Mozart-Konzert mit bemerkenswerten Solisten präsentierte die Kammermusikreihe des Kreises am Donnerstag auf Haus Opherdicke.

Schon die Kombination des Trios aus Sopranistin Monika Rytz, Pianistin Miyuki Brummer und Flötist Klaus-Peter Riemer versprach besonderen Reiz, mischten sich hier doch zwei helle Stimmen mit dem wunderbar transparenten Fundament des Klaviers, wie es besonders Mozart gelungen ist.

Mit zwei Arien der Pamina aus der Zauberflöte beginnt das Trio den Abend im Spiegelsaal. Über elegantem Martellato erhebt Monika Rytz ihre farbenreiche Stimme, paast das dramatische Kolorit sehr fein dem Raum an, wechselt geschmeidig in lyrische Höhen, ohne an Spannung zu verlieren. Klaus-Peter Riemer ist sensibler Partner im Dreiklang, kontrastiert mit dunklem Flötenton die lichten Höhen des Soprans, den Miyuki Brummer mit filigranen Arabesken umrankt. Brillantes Spiel der Pianistin wie des Flötisten machen aus den folgenden Flötensonaten G-Dur KV 293a und C-Dur KV 14 einen besonderen Genuss. Humorvoll werden die lieblichen Themen umspielt, im Klavierbass mal dramatisch, in den Höhen mit lebhaften Figuren; leicht und behände fließt das Spiel im synchron perlenden Staccato. Das schelmische Bubenstück des achtjährigen Mozart, die C-Dur-Sonate KV 14 spielen Riemer und Brummer wie mit verschmitztem Lächeln.

Die folgenden fünf Konzertarien sind für Monika Rytz pures Vergnügen. Alles dreht sich, natürlich, um die Liebe in all ihren Facetten. Und die kostet die junge Sopranistin mit stimmlicher Leidenschaft bis zur Neige! Schwärmerische Sehnsucht, trotziger Widerstand, himmlische Verzückung, dramatische Enttäuschung und kokette Zärtlichkeit liegen in ihrer betörenden Stimme eng beieinander.

Die Klaviersonate C-Dur KV 330 bringt auch Miyuki Brummers solistische Qualitäten beeindruckend zur Geltung. Dramatischen Nuancen und sonorem Kontrapunkt im Allegro moderato folgt ein träumerisch schönes Andante cantabile, bevor das muntere Allegretto entschieden endet.

Nicht zuletzt in der Rosenarie aus Figaros Hochzeit zeigt das Solisten-Trio seine besondere Fähigkeit gemeinsamen Musizierens: keine egoistische Dominanz des Einzelnen, sondern sensible Individualität für einen perfekten Gesamtklang, mit dem das Trio abschließend auch noch in der Zugabe "Domine Deus" von Vivaldi überzeugt!"

 

Von Rainer Ehmanns (Westfälische Nachrichten, April 2016)